Philosophie

Prolog

 

Die Natur braucht Evolution um sich entwickeln zu können. Ihre Motivation ist die Sicherung des Überlebens. In der Natur lässt sich wissenschaftlich beobachten, dass die Evolution auch tatsächlich stattfindet. Nur durch Entwicklung und die damit unweigerlich einhergehende Veränderung gelingt es den Lebewesen das Überleben sicherzustellen. Stagnation wäre Rückschritt.

 

Veränderung und Fortschritt geschehen durch Mutationen. Um eine hohe Wirksamkeit zu erreichen, braucht es unzählige Mutationen damit die Chance auf überlebensfähige Systeme nachhaltig gegeben bleibt. Eine hohe Anzahl an Mutationen hat einen hohen Grad an Individualisierung zur Folge.
Jede Mutation entspricht im Grunde immer auch einer weiteren Individualisierung. 
So bilden sich immer neue Individuen mit eigenen, im besten Fall auch verbesserten, Eigenschaften bzw. Fähigkeiten. Sehen wir als Beleg die individuelle DNA oder auch als sichtbar bildhaftes Zeichen beim Menschen die immer verschiedenen Fingerabdrücke. Die Unterschiede sind systemimmanent.

 

Dieses vorab beschriebene Grundprinzip der Entwicklung läßt sich in allen Bereichen des Lebens beobachten.

 

Der humane Ansatz

 

Ausgehend von der Richtigkeit dieser Feststellung ist diese somit auch für die Fokussierung auf den Menschen relevant. Der Mensch als Teil der Natur ist, so wie alle anderen Lebewesen, den selben Gesetzmäßigkeiten unterworfen und damit ist er biologisch betrachtet immer individuell.
Deswegen reden wir hier u.a. auch von einem Individuum.

 

Aufgrund seiner vergleichsweise weit gediehenden Entwicklung kann der Mensch allerdings, im Unterschied zu den anderen Lebewesen, über seinen eigenen Zustand einigermaßen reflektieren.

 

Intellekt und die Fähigkeit zur Abstraktion steigen mit der Komplexität des Gehirns.
Lösungsfindung und in der Folge das lösungsorientierte Handeln erfolgen vermehrt durch die Umsetzung assoziativen Denkens. Die alleinige Ausübung singulärer Fähigkeiten kann in einem komplexen System nur noch ein Tool für überwiegend spezielle Aufgaben sein.
Der generalistische Denkansatz, verbunden mit einer ganzheitlichen Motivation, ist bei dem derzeitigen Entwicklungsstand die beste Alternative.

 

Das assoziative Denken kann je Aufgabe mehrere Lösungsansätze entwickeln und sie im Verhältnis zueinander betrachten und ggf. bewerten. 
Insofern eröffnen sich Möglichkeiten zur Bildung von Balance.
Dosierung und Ausgewogenheit als Mittel zur Findung des kritischen Pfades sind wertvollere Tools als die alleinige On-Off Betrachtung, welche oftmals nur in einer Sieg- oder Niederlagebetrachtung endet.

 

Nach der Konfrontation wird der Sieger seine positiven wie auch seine negativen Aspekte weiter tragen. Die positiven und die negativen Aspekte des Unterlegenen gehen verloren.
Der Stärkere setzt sich durch. Das ist der klassische Ansatz, bei dem aber letztlich 50% der Aspekte aller Beteiligten verloren gehen.

 

Die Evolution ist aber schon weiter. Das assoziative Denken ermöglicht zusätzlich den generalistischen Lösungsansatz. Hierbei erfolgt die Reflektion über alle positiven und negativen Aspekte der Beteiligten gleichermaßen, verbunden mit dem Ziel eine Balance finden zu wollen.
Die Lösung mündet letztendlich in einer Symbiose, wobei alle Aspekte erhalten bleiben.
Als zusätzlicher Effekt wird den Kontrahenten die Möglichkeit gegeben auch über die eigenen Aspekte insgesamt, also positiv wie negativ, zu reflektieren. Das ist der Mehrwert den eine Symbiose liefert.
Im Ergebnis bleiben 100% der Aspekte reflektiert erhalten und es gewinnen alle Beteiligten gleichermaßen. Ein Win-Win Effekt stellt sich ein.
Es bleibt festzustellen, dass es letztlich eine Balance zwischen allen betrachteten Aspekten geben muss, um eine ganzheitliche Lösung zu entwickeln.

 

Wer wir sind

 

Kulturübergreifend dürfen wir von der Annahme ausgehen, dass jeder Mensch glücklich sein möchte.
In einer auf Säkularisierung beruhenden Welt wird es erforderlich sein alle für Glück relevanten Aspekte in Balance zu bringen. 

 

Das Individuum

 

Die These lautet, dass ein Mensch die Chance auf Glück in sich trägt, wenn es ihm gelingt Körper, Geist und Seele in Balance zu halten.
Für die Bereiche Körper und Geist ist das relativ allgemeingültig herzuleiten.
Hingegen unterliegt die Betrachtung der Seele immer einer sehr individuellen Auslegung.
Was die Seele letztlich für den Einzelnen bedeutet, kann nur das Individuum für sich selbst festlegen.

 

Die Wissenschaft übersetzt Psyche mit Seele.
Wenn der Mensch seine unterbewusst gesteuerte Fähigkeit zur Ambivalenz in Balance halten kann, wird auch seine Seele ausgewogen sein können.
Die Balance von Körper, Geist und Seele bietet nur die Chance auf Glück.
Aber ob Glück sich, persönlich betrachtet, tatsächlich einstellen wird, hängt auch noch von anderen Bedingungen, wie der persönlichen Erwartungshaltung, einem ständigen Nachjagen nach Glück o.a persönlichen Umständen ab. Grundsätzlich gilt aber, dass das Individuum für die Wahrung der Chance auf Glück zumindest mal die Freiheit zur individuellen Gestaltung der eigenen Balance braucht.
Ein in Unfreiheit gequälter Körper, manipulierter Geist oder vergewaltigte Seele haben keine Basis für eine Balance als Grundlage zur Chance auf Glück.
Es braucht halt freie und sich dessen auch bewusste Individuen.


Mit Bezug auf das im ersten Teil behandelte Thema der Motivation der evolutionären Abläufe ist festzustellen, dass Freiheit naturgegeben ist.
Mit Bezug auf die weiter oben beschriebenen unterschiedlichen Denkungsarten ist Freiheit Voraussetzung für interdisziplinäres und ganzheitliches Denken.
Ohne Freiheit entwickelt sich demzufolge nichts weiter.
Unfreiheit bedeutet letztlich Stagnation der fortwährend sich vollziehenden Transformation. 

 

Die Gesellschaft

 

Es klingt logisch, dass sich selbst organisierte Individuen in einer passenden Gesellschaft wiederfinden müssen um sich weiter zu entwickeln. Die natürliche Freiheit des Einzelnen kann nur in einer freiheitlichen Gesellschaft weiter entwickelt werden.


Die These lautet, dass die Merkmale Körper, Geist und Seele auch im gesellschaftlichen Kontext verankert sein müssen. Für eine Gesellschaft wären die kohärenten Begriffe Demokratie, Pluralismus und Solidarität. Das Fundament des Seins wäre für den Menschen der Körper, welcher Geist und Seele durchs Leben trägt. Die Gesellschaft braucht die Demokratie als ihren Körper im übertragenen Sinne.

 

Die Entwicklung des Geistes führt zu neuen Erkenntnissen und damit wird auch die natürliche Transformation im Leben als Aufgabe der Evolution umgesetzt.
Die Gesellschaft braucht den Pluralismus um Individualität grundsätzlich sicherzustellen. In einer Monokultur wäre Individualismus immer unterdrückt.


Die Seele als Hüterin der immateriellen Werte schafft ein Tor zur Ewigkeit.
Das Individuum vertraut auf die Unendlichkeit der fortwährenden Transformation in der Evolution.
Die Solidarität der Gesellschaft sichert dem Individuum Respekt, Verständnis und Förderung für seine individuellen Bedürfnisse. Alle für einen, einer für alle.


Von Natur ist uns Freiheit grundsätzlich gegeben.
Im Rahmen unserer Möglichkeiten müssen wir sie leben.
Es gilt den ewig begrenzten Rahmen fortwährend zu erweitern. Alles andere wäre unnatürlich und es wären nicht wir. Wir sind Freiheit.

 

 

Zur Thematik wurde ein Konzert vorbereitet, welches unseren Freiheitsbezug intelligent kommunizieren soll. Ich denke, dass im Rahmen der gesellschaftspolitischen Bildung die Freiheitsthematik falsch vermittelt wird, weil sie nicht am Menschen und den natürlichen Bezügen festgemacht wird. Wir können mehr tun als nur auf die anderen, die unterdrückenden Systeme hinzuweisen und uns im Vergleich immer ins helle Licht zu stellen. Wir müssen endlich verstehen warum wir gar nicht anders sein können als Freiheit zu sein.

 

Helmut Stöck

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